Vorgehensweise Qualitative Inhaltsanalyse

Video: Vorgehensweise bei der qualitativen Inhaltsanalyse

In diesem Video-Tutorial wird die Vorgehensweise bei der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring erklärt. Dabei gibt es 8 wichtige Schritte nach denen vorgegangen werden muss. Verbessern auch Sie Ihre wissenschaftliche Arbeiten mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring mit Hilfe unseres Expertenwissens!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren G-Writers-Video. G-Writers ist eine akademische Agentur, die sich auf Lektorate, Korrektorate, Coachings und Begleitung bei der Erstellung wissenschaftlicher Texte spezialisiert hat. Heute möchten wir Ihnen ein Thema nahebringen, die Vorgehensweise bei der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Schritte, die zu Beginn sind nach der qualitativen Inhaltsanalyse, wie geht man vor, was ist die Vorgehensweise, Beispiele, Tipps, Tricks, Hinweise, diese möchte ich an dieser Stelle gerne geben.

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring geht anhand eines ganz standardisierten Konzeptes vor. Das heißt, die einzelnen Themenstellungen, die einzelnen Schritte sind von Mayring vorgegeben und sind auch so zu durchlaufen. Natürlich hat man immer wieder auch Spielmöglichkeiten, hat man Anpassungsmöglichkeiten, wie man es auch im Sinne des Textes und im Sinne der Ausgangssituation anpassen kann. Schauen wir uns nun einmal die einzelnen Schritte an, die Mayring im Rahmen der Vorgehensweise für eine qualitative Inhaltsanalyse geplant hat. Insgesamt sind das acht Schritte, die Mayring vorgibt für eine qualitative Inhaltsanalyse.

Festlegung des Materials und Beurteilung der Entstehungssituation

Fangen wir mit dem ersten Schritt an, der Festlegung des Materials. Bei der Festlegung des Materials geht es erstmal darum, dass man sich das Ausgangsmaterial beschafft und sich mit dem Ausgangsmaterial auseinandersetzt und dann aus der Summe dessen, was man an Ausgangsmaterial zur Verfügung hat, dann noch das definiert mit dem man letztlich die qualitative Inhaltsanalyse durchführen möchte. In der Regel ist es häufig Interviewmaterial in Form transkribierter Interviews, mit denen die qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt wird. Wichtig ist dann auch, dieses Material zu prüfen und dann eben festzulegen, welchen Teilbereich, welche Teilmenge auch aus diesem gesamten Material verwendet werden soll letztlich für die qualitative Inhaltsanalyse. In einem zweiten Schritt wird man sich dann die sogenannte Entstehungssituation anschauen. Unter Entstehungssituation meint Mayring die Rahmenbedingungen unter derer das Ausgangsmaterial entstanden ist. Bei Interviews wären das zum Beispiel die Interviewpartner, wer sind die Experten, wann wurden diese Interviews geführt, mit wem wurden diese Interviews geführt, warum wurden diese Interviews mit dieser oder dieser Person geführt oder warum wurden diese Interviews mit der einen oder anderen Person nicht geführt, wie lange haben diese Interviews gedauert, in welchem Umfeld wurden diese Interviews durchgeführt und so weiter und so weiter.

Das sind alles Informationen, die für Mayring Rahmenbedingungen darstellen, um später dann auch den Text richtig, richtig im Sinne, in Anführungszeichen, der qualitativen Inhaltsanalyse zu erforschen, zu analysieren. Sind jetzt noch keine Informationen, die Sie direkt verwenden werden für die qualitative Inhaltsanalyse, aber Sie werden sie, wenn Sie später die eigentliche Analyse durchführen, immer im Hinterkopf haben. Wir kommen später noch darauf zu sprechen. Dann, wie geht es weiter in der Vorgehensweise, mit der Vorgehensweise?

Charakterisierung des Materials und Festlegung der Analyserichtung

Schritt drei ist die sogenannte Charakterisierung des Materials. Das heißt, hier wird man sich jetzt intensiver mit dem Material auseinandersetzen, hier wird man, wenn es sich beispielsweise jetzt um Experteninterviews handelt, diese transkribieren, man wird sie aufbereiten, man wird sie für die qualitative Inhaltsanalyse in der Form vorbereiten, dass sie dann auch auswertbar sind. Man wird beispielsweise dann eben auch Teile wegnehmen, Teile wegstreichen, genau das, was wir beim Thema Festlegung Material dann erwähnt haben. Es geht hier also um die konkrete Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Material, so dass dieses Material dann am Ende so aufbereitet ist, dass die qualitative Inhaltsanalyse auch durchgeführt werden kann.

Vierter Schritt, Festlegung der Analyserichtung. Bei der Festlegung der Analyserichtung, da geht es jetzt darum zu beschreiben und am Ende zu definieren, wie man die Analyse durchführt und das Ablaufschema zu definieren. Mit Ablaufschema meint Mayring einerseits die insgesamte Vorgehensweise innerhalb der qualitativen Inhaltsanalyse, so wie wir sie gerade beschreiben, aber dann auch später wie sie die einzelnen Kategorien festlegen, mit denen Sie auswerten. Gerade nämlich diese Festlegung dieser sogenannten Kategorien ist ein ganz zentraler Inhalt bei der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Man spricht hier auch von sogenannten Codes, beziehungsweise sogenannten Codierungen. Und meistens erfolgt sowohl eine deduktive, als auch eine induktive Festlegung dieser Codes. Das heißt, auf der einen Seite wird man die Codes aus einem vorhandenen theoretischen Konstrukt festlegen, in der Regel aus einer bereits vorhandenen Arbeit zu einer Themenstellung, wo man eine Themenstellung betrachtet hat, erforscht hat und daraus heraus dann eine Reihe von Codes festgelegt hat, also eine Reihe von Kategorien, Kriterien, Aspekten könnte man diese auch nennen, anhand derer man jetzt die, nennen wir jetzt als Beispiel mal die Experteninterviews, durchforsten, sprich analysieren möchte.

Gleichzeitig wird man aber während den Experteninterviews und auch während der Analyse, während der Auswertung dieser Experteninterviews, und das ist genau Inhalt, das ist genau Charakteristikum der qualitativen Inhaltsanalyse, dann auch noch weitere Codes hinzuführen. Weil genau das soll ja dann am Ende das Ergebnis sein, dass man einen gewissen theoretischen Teil, den man bereits erarbeitet hat, um einen empirischen Teil ergänzt und Erkenntnisse, die man bisher hatte um neue Erkenntnisse erweitert. Deswegen wird es in der Regel immer auch eine Art zirkulärer Abgleich sein, der stattfindet, einerseits zwischen dem, was man in der Arbeit bereits erarbeitet hat und dann in der Auswertung, was sind jetzt Erkenntnisse aus der qualitativen Inhaltsanalyse heraus?Die Codes sind also erweiterbar und müssen auch bewusst erweitert werden.

Unter Punkt fünf, die Differenzierung der Fragestellung, hier wird man jetzt dann definieren, was ist der Fokus? Sprich, unter welcher Fragestellung schaue ich mir die Interviews an, was ist meine Zielsetzung, nach der ich diese qualitative Inhaltsanalyse vornehme? In der Regel wird das die Forschungsfrage sein, die man aus der Arbeit übernimmt und anhand derer man dann die einzelne Analyse vornimmt und sich, ja, die Interviews, das Material anschaut und codiert. Bei der Analysetechnik ist es so, dass Mayring drei verschiedene Analysetechniken unterscheidet. Wir werden in einem anderen Video noch im Detail darauf eingehen, welche Analysetechniken dies sind, weil die sich doch sehr stark inhaltlich unterscheiden. Die am meisten gängigere Technik in diesem Zusammenhang ist die sogenannte Zusammenfassung. Zusammenfassung bedeutet, dass man versucht, aus der Menge der Informationen, die einem das Material zur Verfügung stellt, den Teil zu extrahieren anhand dieser Codes, die eine generalisierende Information darstellen. Am Ende soll also wenige generalisierende, zentrale Aussagen vorhanden sein, die aus der Fülle der Informationen herausgezogen werden können, wo man dann sagen kann, das ist jetzt zu dem jeweiligen Code, zu der jeweiligen Kategorie, zu dem jeweiligen Aspekt, den man identifiziert hat, die zentrale Aussage.

Definition der Analyseeinheit und Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse

Definition Analyseeinheit, der nächste Schritt, hatten wir schon kurz angesprochen. Das ist jetzt wirklich die Frage, was ist die kleinste Analyseeinheit? In der Regel ist das dieser bereits erwähnte Code, beziehungsweise diese bereits erwähnte Kategorie. Das heißt, man wird ein Experteninterview, wenn man mal bei diesem Beispiel jetzt bleiben, haben und dann innerhalb der Experteninterviews oder innerhalb der Summe der Experteninterviews hätte man dann ein Experteninterview und dieses Experteninterview würde man wiederum zerteilen in kleinste auszuwertende Einheiten und das wären dann eben Textstellen oder Textpassagen, die man entsprechend auswertet.

Ja, und dann geht man schon in den letzten Schritt, die sogenannte Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse. Die Durchführung sieht dann folgendermaßen aus in der Vorgehensweise, dass man den Text nimmt, das Material nimmt, beispielsweise jetzt ein Experteninterview, und dieses mit Hilfe der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der vorher erwähnten Rahmenbedingungen und der definierten Kategorien, Klammer auf Codes, Klammer zu, analysiert. Das heißt, man wird diese Experteninterviews durchgehen Schritt für Schritt, dieses Material Schritt für Schritt durchgehen und wird versuchen, zentrale Aussagen, die in diesem Material gegeben werden, zu diesen jeweiligen Codes zusammenzuführen und dort, wo es eben keine Codes gibt, nimmt man eine Ergänzung vor, in dem man neue Codes definiert, mit denen man wiederum generalisierende Aussagen zusammenführen kann, so dass man eben am Ende dann zu einer gesamten generalisierenden Aussage zu dem gesamten Text und zu allen Informationen kommt.

Und ganz am Ende, das ist dann aber eigentlich schon nicht mehr Bestandteil der qualitativen Inhaltsanalyse, sondern das ist dann wieder klassische wissenschaftliche Arbeit, wird man die Erkenntnisse herausnehmen aus dieser qualitativen Inhaltsanalyse und wird einen Abgleich mit den vorher erwähnten theoretischen Erkenntnissen vornehmen, die man eben im Vorfeld einer wissenschaftlichen Arbeit oder im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit erhoben hat.

Sie sehen also, ein sehr strukturiertes, auch ein sehr klares Vorgehen. Wichtig ist es auch, dieses Vorgehen entsprechend in den wissenschaftlichen Texten dann zu dokumentieren, die einzelnen Schritte zu beschreiben und dann eben auch sauber einen Schritt nach dem anderen durchzuführen, auch dies wiederum zu dokumentieren, um am Ende dann eben auch das Ergebnis präsentieren zu können. Es verlangt sicherlich ein wenig Übung mit dieser qualitativen Inhaltsanalyse umzugehen, aber wenn man das öfters getan hat, dann kann es sehr, sehr wertvolle Erkenntnisse liefern, und man ist dann in der Lage, eine große Menge von Texten auf wesentliche relevante Informationen zu reduzieren.

Wenn Sie hierbei Unterstützung brauchen, wenn Sie hierbei Hilfe brauchen, sei es im Sinne eines Coachings zu einer qualitativen Inhaltsanalyse, sei es aber auch im Sinne einer Prüfung einer bereits erstellten qualitativen Inhaltsanalyse, dann geben wir Ihnen gerne an dieser Stelle Hilfestellung, dann ist G-Writers gerne Ihr Ansprechpartner. Wie gesagt, in allen Themenstellungen in diesem Zusammenhang, sei es jetzt bei der qualitativen Inhaltsanalyse an sich, also bei der Erlernung der Methodik oder auch bei der Begleitung einer Durchführung, sprechen Sie G-Writers hier gerne an.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück, viel Erfolg bei der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.