Journal Ranking- Wie und wo Zeitschriften gerankt werden

Anna Milena von Gersdorff

(Head of Marketing)

08.12.2020

Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

Das Ranking von wissenschaftlichen Zeitschriften ist entscheidend. Einerseits für die Qualität der Arbeit – je höher ein Journal gerankt ist, desto qualitativ hochwertiger kann das Forschungsergebnis des jeweiligen Papers eingestuft werden – und andererseits für die Arbeit mit der Literatur z.B. mit Blick auf die Erhebung einer Forschungslücke (Verlinkung zum Blog Forschungslücke). Die Journal Rankings basieren dabei im Wesentlichen auf Zitationsanalysen – je häufiger aus einer Zeitschrift zitiert wird, desto größer ist die Bedeutung (der sog. Impact) der Zeitschrift im Fachgebiet – oder (weniger verbreitet) auf Umfragen unter Forschenden.

Qualität und Zuverlässigkeit: Zeitschrift

Im nachfolgenden Artikel sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Was ist ein Journal Ranking überhaupt?

  • Woher erkenne ich, dass mein Zeitschrift-Zitat zuverlässig und hochwertig ist?

  • Warum ist das Journal Ranking für meine wissenschaftliche Arbeit wichtig?

  • Wie entsteht ein Journal Ranking und welche gibt es?

  • Wie finde ich das Ranking eines Journals heraus und wie arbeite ich damit?

  • Was sind „gute“, was „schlechte“ Journal Rankings und was gilt zusammengefasst?

Was ist ein Journal Ranking überhaupt?

Sog. Rankings von Journals (Scientifc Journal Rankings (SJRs)) spiegeln die Qualität einer Zeitschrift wieder. Diese Rankings werden von unabhängigen Stellen vergeben und zeigen auf, welche Qualität Veröffentlichungen in den Journals aufweisen. Damit gilt: Je höher ein Journal gerankt ist und je mehr Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf hoch gerankte Journals referenzieren, desto besser ist am Ende die Qualität Ihrer Arbeit. Denn die Qualität Ihrer Arbeit wird nicht nur durch den Text selbst und die angewandte Methodik, sondern ganz entscheidend auch durch die Quantität und Qualität der Quellen bestimmt. Dabei gilt die einfache Formel: Mindestens 1 bis 1,5 neue Quellen pro wissenschaftlicher Seite und eine Fokussierung bei den Quellen auf Standardliteratur sowie (aktuelle) Beiträge aus hoch gerankten Journals, um eine hohe Aktualität der Quellen sicherzustellen.

Warum ist das Journal Ranking für meine wissenschaftliche Arbeit wichtig?

Neben der genannten Verantwortung für die Qualität der Arbeit beeinflussen Zeitschriften-Rankings auch die Wahl von Forschungsthemen. D.h. in den entsprechenden Beiträgen (Paper) werden – je höher das Ranking ist – relevante und aktuelle Fragestellungen zum jeweiligen Forschungsthema behandelt. So finden Sie Forschungslücken und aktuelle Forschungsstände zum Thema mit Hilfe von Rankings. Es gilt also: Die Suche auf hoch gerankte Journals einschränken!

Ranking: wissenschaftliche Zeitschriften

In den einschlägigen Datenbanken - insbesondere EBSCO , ScienceDirect , JSTOR - finden sich die für wissenschaftliche Arbeiten relevanten Journals. Dabei geben die Journals im Regelfall an, welches Ranking sie aufweisen. Für die Rankingermittlung von Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Zeitschriften basieren sich auf Umfrage und Zitationsanalysen. Durch die Umfragen unter Forschenden werden die Zeitschriften in unterschiedlichen Kategorien zugeordnet. Diese Kategorien bestimmen die Rankings von Zeitschriften. Auch Zitationsanalysen bestimmen das Zeitschriftranking. Je häufiger aus einer Zeitschrift zitiert wird, desto höher ist der Platz im Journal Ranking.

Umfrage basierende wissenschaftliche Zeitschriften Ranking

Wie Zeitschriften Ranking entsteht? Wo Umfrage basierende Zeitschriften gerankt werden? Das VHB-Jourqual des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) e.V.: Das Journal Ranking entsteht, indem in regelmäßigen Abständen die Mitglieder des Verbandes gebeten werden, die Journals in die Kategorien „A+“, „A“, „B“, „C“, „D“ und „E“ einzuordnen. Alle gerankten Journals finden sich in der Gesamtliste des VHB-Jourqual alphabetisch sortiert. Für die betriebswirtschaftliche Forschung relevant sind insbesondere Journals mit dem Ranking „A+“ und „A+“, zum Teil werden von den Hochschulen auch noch „B“-Journals für eine Recherche bzw. Verwendung zugelassen. Hier ein Beispiel zum Thema Zeitschriften Bewertung:

VHB-Jourqal: Journal Ranking Umfrage
Liste der Fachzeitschriften in VHB-JOURQUAL3, Quelle: VHB-Jourqal 2019, o.S.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie die Zeitschriften Bewertungen von Journalen zu Stande kommen. In der Spalte „Verteilung der Voten“ finden sich die einzelnen Ergebnisse der Befragungen der VHB-Mitglieder, die dann gewichtet und zu einem Gesamtrating zusammengeführt werden:

VHB-Jourqal Journal Ranking Gesamtliste
Liste der Fachzeitschriften in VHB-JOURQUAL3, Quelle: VHB-Jourqal 2019, o.S.

Zitationsanalysen basierende Journal Ranking

Wie das Zitieren von wissenschaftlichen Zeitschriften bzw. von Autoren das Journal Ranking beeinflusst? Genau auf diese Frage gehen wir genauer ein. Im Folgenden sehen Sie wie Zitationsanalysen basierenden Zeitschriften gewichtet werden und in welchen Datenbanken diese Ergebnisse veröffentlicht werden.

Vwl: Journal Ranking

  • Das Handelsblatt Ranking (die „Handelsblatt Bewertung“) für Volkswirtschaftslehre: Grundlage dieses Rankings ist die Publikationstätigkeit der Autoren in Journals, die eine Gewichtung erfahren. Die hierfür notwendigen Werte können der „ Journal Weights List “ entnommen werden. Im Ergebnis entsteht ein Wert, der in der Grundlage auf dem „SCImago Journal Rank“ (SJR) basiert. Dieser repräsentiert die Anzahl der Zitationen, die ein Artikel erfährt, das Prestige des Journals sowie die Zitiergewohnheiten. Je mehr Punkte damit ein Autor erfährt, desto bedeutsamer sind die von ihm veröffentlichten Publikationen. Hier ein Beispiel:

Autor Ranking Liste
Autor Ranking Liste, Quelle: Forschungsmonitoring, 2019, o.S.

Der ISI Web of Knowledge Index als Journal Citation Report

  • Der ISI-Web-of-Knowledge-Index als „Journal Citation Report“ (JCR) aus der Datenbank von Clarivate Analytics: Hier werden direkt die Journal Impact Factors (JIFs) der Journals basierend auf dem sog. H-Index der Autoren ausgewiesen. Der H-Index der Autoren ist der bekannteste Index für die Produktivität eines Autors. Er gibt an, wie häufig („h-Mal“) der Autoren in einschlägigen Publikationen zitiert wurde. Dieser Index kann z.B. aus der Web of Science Core Collection, aus Scopus oder aus Google Scholar Citations abgelesen werden. Hier ein Beispiel für den H-Wert von Autoren; dieser Link führt dann auch direkt zu den relevanten Artikeln:

Google Scholar Citation: Zeitschriften Ranking
Google Scholar Citation: Zeitschriften Ranking

Das SCImago Journal Rank

  • Der erwähnte SCImago Journal Rank (SJR): Es handelt sich hierbei um eine fächerübergreifende Datenbank, die ein Ranking präsentiert, das sich auf die Visibilität des einzelnen Journals bezieht. Die Ergebnisse basieren auf Zitationen aus über 34.100 Titeln von mehr als 5.000 veröffentlichenden Institutionen. Hier ein Beispiel:

SCImago Journal Ranking
Journal Rankings, Quelle: Scimago Journal & Country Rank, 2020, S. 1.

Der European Reference Index for the Humanities and Social Sciences

Der Journal Impact Factor

  • Der Journal Impact Factor (JIF): Von der Universität Hamburg werden „Journal Citation Reports“ veröffentlicht. Auf dieser Basis können die Fragen beantwortet werden, warum Zeitschrift zitieren große Bedeutung in wissenschaftlichen Arbeiten hat, wie oft eine bestimmte Zeitschrift zitiert wurde, von welchen Zeitschriften eine Zeitschrift zitiert wurde, wie schnell und wie lange nach dem Erscheinen eines Artikels aus dieser Zeitschrift diese bzw. dieser zitiert wird und welchen anderen Zeitschriften von einer Zeitschrift zitiert wurden. Der JIF gibt dann an, welche durchschnittliche Zitierungsrate die Artikel einer Zeitschrift in einem Jahr aufwiesen. Demnach ist der JIF ein Signal für die Bedeutung einer Zeitschrift innerhalb ihres Fachgebietes, er kann aber nicht die Qualität eines einzelnen Artikels widerspiegeln, da er sich immer nur auf die gesamte Zeitschrift bezieht.

Zusammengefasst: Was sind „gute“, was „schlechte“ Journal Rankings?

Das ist so ähnlich wie bei den Zeitschriften. Betrachtet man die 25 umsatzstärksten Publikumszeitschriften in Deutschland, so steht der Spiegel auf Platz 1, gefolgt vom Stern auf Platz 2 und der Bunten auf Platz 3. Damit gilt auch: Je mehr die Zeitschrift verkauft wird, desto „besser“ ist diese, d.h. je mehr Leser interessieren sich für die Inhalte. Ganz ähnlich ist es zumindest bei den auf Zitationsanalysen basierenden Rankings auch. Taucht der von Ihnen recherchierte Autor in mehreren Fachzeitschriften aus, so ist er „beliebt“, d.h. seine Publikationen gelten als qualitativ hochwertig bzw. leisten einen wichtigen Beitrag in der relevanten Forschung zum Fachgebiet. Etwas anders ist es bei den Rankings, die auf Umfragen basieren – wie z.B. das VHB-Ranking. Hier wird nicht der Autor betrachtet, sondern die Zeitschrift selbst. Aber auch dies kann man gut mit den Publikumszeitschriften vergleichen. Experten bewerten die Qualität der Zeitschrift. In beiden Fällen gilt: Je höher das Ranking – des Autors bzw. der Zeitschrift – desto qualitativ hochwertiger ist die Literatur und je eher sollte dieser in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit verwendet werden. Sich auf den Journal Impact Factor zu fokussieren ist hier immer eine gute Wahl! Dieser Faktor wird immer für ein Jahr neu ermittelt.

Zeitschrift mit mehreren Fachgebieten

Des Weiteren wird eine Zeitschrift, wenn sie mehreren Fachgebieten zugeordnet werden kann auch mehrfach gerankt. Im folgenden Beispiel ist der Index für das Quarterly Journal of Economics angeführt:

Quarterly Journal of Economics: Journal Rankings
Journal Rankings, Quelle: Scimago Journal & Country Rank, 2020, S. 1.

Die Zeitschrift weist in 2019 als eine der an der besten gerankten Zeitschriften für das erste Quartil einen Index von 36.220 auf und die dort zitierten Autoren weisen in Summe einen H-Index von 246 auf. Die Top 5-Journals haben dabei Faktoren von mehr als 6; das sind 4,9 Prozent aller Journals die von JCR beobachtet werden. Einen Wert für 2020 kann es erst 2021 geben.

Im Allgemeinen sagt man, dass ein Impact Factor von 10 oder mehr als „exzellent“ bezeichnet werden kann, ein Faktor von 3 wird als „gut“ gewertet und ein Durchschnittswert liegt unter 1. Ein Faktor von 1 sagt in diesem Fall aus, dass – im Durchschnitt – der betroffene Artikel im zurückliegenden und im Jahr zuvor 1-Mal in einer anderen Quelle zitiert wurde. Die Formel zur Berechnung des Index lautet demnach: Anzahl der Zitate im Bezugsjahr auf alle Publikationen der vorangehenden zwei Jahre/Anzahl der Artikel in den vorangehenden zwei Jahren.

Journal Impact Factor- Berechnung

Journal Impact Factor- Berechnung
Journal Impact Factor Trend Graph, Quelle: Web of Science Training, 2020.

Sie haben Interesse daran, zu lernen, wie genau die Berechnung erfolgt? Das folgende YouTube-Video zeigt dies sehr gut:

Warum sollte man also als hochwertigen Quellen bzw. Zeitschriften zitieren?

Eine Arbeit mit hochwertigen Quellen verbessert die Qualität Ihrer Arbeit entscheidend. Die Qualität Ihrer Arbeit können Sie daher durch bestbewertete Zeitschriften signifikant verbessern. Je schlechter das Ranking der Journals bzw. Autoren ist mit denen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit arbeiten, desto schlechter wird das Ergebnis Ihrer Arbeit sein. Arbeiten Sie daher mit hochwertigen Zeitschriften! Weitere Tipps zur Literaturrecherche finden Sie unter "wissenschaftliche Quellen finden". Die wissenschaftlichen Ghostwriter von GWriters können Ihnen dabei ergänzend helfen, eine Mustervorlage für Ihre wissenschaftliche Arbeit zu erstellen oder können Sie bei der Recherche nach aktuellen und hochwertigen Quellen unterstützen. Die Autoren kennen den Status Quo in der Forschung, können Forschungsideen einbringen und haben Zugang zu den Datenbanken und wissen mit H-Index und JCR umzugehen! Des Weiteren geben sie Tipps für die Gestaltung einer Mustervorlage. Machen Sie sich ein Bild von den Leistungen unserer Autoren und blicken Sie auf die Leistungen, die Ihnen GWriters anbieten kann. Ein Ghostwriter hat dabei die Aufgabe, Sie durch den gesamten Erstellungsprozess einer Mustervorlage – von der Themafindung bis zur kompletten wissenschaftlichen Arbeit – zu begleiten. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Zusammengefasst: Wie gehen Sie am besten vor, um qualitativ hochwertige Quellen zu finden?

  1. Recherchieren Sie nach Autoren und/oder Literatur unter Verwendung unserer Recherchetipps.

  2. Sie haben ein relevantes Journal bzw. einen früheren Artikel gefunden? Dann müssen Sie das Journal bzw. den Artikel des Autors auf seine Qualität. Im ersten Herbst heißt Sie am besten das VHB-Journal und suchen nach der Zeitschrift. Im zweiten Fall heißt Sie den Journal Impact Factor bzw. für den Autor den H-Index. Hier nutzen Sie am besten Google Scholar . Das geht am einfachsten. Wie es genau funktioniert finden Sie unter mediaTUM .

  3. In Ihren neuen Recherche können Sie dann immer mehr Quellen finden, die Sie mit bereits gefundenen Informationen aus Zeitschriften abgleichen. Je mehr Artikel Sie dann ausstehende Zeitschriften zusammen haben, zerstörtiger wird Ihre Arbeit!