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In 3 Schritten die wichtigste Forschungslücke finden

Anna Milena von Gersdorff

(Head of Marketing)

30.11.2020

Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

Es klingt auf den ersten Blick ganz einfach: Für eine Bachelor-, eine Masterarbeit oder eine Dissertation eine Forschungslücke finden, hieraus Forschungsfragen ermitteln und dann eine wissenschaftliche Arbeit erstellen. Aber was zunächst so einfach klingt, ist es in der Praxis dann oft gar nicht. Schnell kommt man zur Frage: „Wie soll ich eine Forschungslücke finden?“, „Wie  erkenne ich ob, ob die Forschungslücke wissenschaftliche fundiert ist?“ Schließlich stellt sich abschließend dann die Frage, wie eine wissenschaftliche Arbeit zur Schließung einer solchen Lücke aussehen kann und wie die Forschungslücke am besten zu formulieren ist. In diesem Zusammenhang ist dann auch die Frage zu beantworten, was eine Forschungsfrage ist und wie diese ausgestaltet sein kann. Mit diesen Tipps, die in diesem Beitrag für Ihnen vorgestellt wird, können Sie gerne Ihre eigene Forschungslücke formulieren.

Im nachfolgenden Artikel sollen folgende Fragen beantwortet werden:
• Was ist eine Forschungslücke überhaupt?
• Wie kann ich eine Forschungslücke finden bzw. identifizieren?
• Wie könnte eine Forschungslücke lauten?
• Wie kann eine Forschungslücke beispielhaft lauten?
• Was bedeutet „Relevanz“ in diesem Zusammenhang?
• Wo finde ich Hilfe?

Was ist eine Forschungslücke?

Um es einfach zu formulieren: Eine Forschungslücke entsteht immer dann, wenn Aspekte des Themas Ihrer Arbeit noch nicht oder nicht ausreichend erforscht sind. Auch Fehler oder Unzulänglichkeiten in der bisherigen Forschung können eine Forschungslücke darstellen. Dies zeigt dann auch schon warum eine Forschungslücke für eine wissenschaftliche Arbeit wichtig ist. Mit der Behandlung einer Forschungslücke zeigen Sie, dass Sie sich umfassend mit dem aktuellen Forschungsstand zu einem Thema auseinandergesetzt haben. Und: Aus der Forschungslücke heraus entsteht dann die Forschungsfrage. Mit Hilfe der Beantwortung der Forschungsfrage kann die Forschungslücke geschlossen werden.

Damit ergibt sich der folgende Dreiklang, wie man in drei Schritten eine Forschungslücke finden kann.

In drei Schritten Forschungslücke finden
In drei Schritten Forschungslücke finden

Damit erscheint es eigentlich nur konsequent eine wissenschaftliche Arbeit nur dann zu erstellen, wenn es,

  • eine neue Forschungslücke gibt

  • diese im Rahmen der geplanten wissenschaftlichen Arbeit mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geschlossen werden kann bzw. zumindest ein Beitrag zur Schließung geleistet werden kann.

Das ist aber oft nicht so einfach, denn es fehlen Quellen, Zugänge zu Datenbanken oder schlicht und einfach Ideen, wo man den suchen könnte. Daher tendiert man manchmal dazu, eine wissenschaftliche Arbeit zu einem mehr oder weniger gut erforschten Thema zu schreiben. Das scheint zwar auf den ersten Blick einfacher, auf den zweiten Blick ist dieser Weg aber nicht erfolgsversprechend. Denn es gilt die einfache Formel: Je „besser“ die Forschungslücke, desto zielgerichtetere Auseinandersetzung in der Arbeit mit dem Thema möglich.

Aber: Wie lässt sich nun eine Forschungslücke finden?

Die Schritte sind:

  1. Recherche und Aufnahme des aktuellen Forschungsstandes

  2. Ableitung der Forschungslücke

  3. Formulierung der Forschungsfrage

Schritte 1: Recherche nach Forschungsthemen

Der Weg führt Sie immer über eine Recherche und Aufnahme des aktuellen Forschungsstandes. D.h. Sie kommen nicht umhin, Literatur zu einem Thema zu recherchieren, diese zu analysieren und zu vergleichen. Am besten legen Sie hierzu eine einfache Excel-Tabelle an. Diese kann so aussehen:

Excel Tabelle: Forschungslücke finden
Excel Tabelle: Forschungslücke finden

Jetzt werden Sie sagen: „Ich kann doch unmöglich die ganzen Texte lesen, dann kann ich ja gleich die wissenschaftliche Arbeit schreiben!“ Richtig! Das brauchen Sie aber auch nicht. Am besten ist es, zunächst für eine Erstrecherche in Datenbanken, wie zum Beispiel GoogleScholar, EBSCO, Science Direct und SpringerLink mit Hilfe relevanter Suchbegriffe auf Deutsch und auf Englisch zu Ihrem Thema die Literatur zu erheben.

Für deutschsprachige Recherchen und für Grundlagenliteratur bietet sich insbesondere SpringerLink an, für internationale (aktuelle) Literatur ist insbesondere Science Direct eine geeignete Plattform, da hier auch Verlinkungen zu anderen Datenbanken möglich sind.

Das Know-how zu den Suchbegriffen erhalten Sie im Regelfall über Ihr Studium. Weitere Informationen darüber, wie Sie am besten nach Literatur recherchieren, finden Sie unter Literaturrecherche für den aktuellen Forschungsstand. Besonders wichtig ist dabei, nur auf seriöse Quellen zurückzugreifen. Des Weiteren müssen die wissenschaftliche Quellen eine hohe Aktualität aufweisen. Dabei gilt: Je aktueller das Thema ist, desto neuer müssen die Quellen für den Forschungsstand sein, damit Sie eine Forschungslücke finden können. Im Allgemeinen sollten die verwendeten Quellen – mit Ausnahme von Standard- bzw. Grundlagenliteratur – nicht älter als zehn Jahre sein.

Dann lesen Sie – meistens werden es Journalartikel, empirische Studien, Whitepaper oder Proceedings sein – das „Abstract“ und die „Conclusion“. Hier erkennen Sie schnell, ob das Dokument für Ihr Thema relevant ist oder nicht. Ist es relevant, nehmen Sie es in der Tabelle auf. Besonders wichtig für Sie ist die Spalte „Restriktionen“. Diese füllen Sie im nächsten Schritt. Meistens formulieren Autoren am Ende der Arbeit schon, was sie erforschen konnten, aber auch was sie nicht erforschen konnten und was dann auch Gegenstand von weiterführenden Arbeiten sein könnte- Forschungslücke.

Hier mal ein Beispiel zur "Forschungslücke finden", wie solch eine Formulierung von Restriktionen bzw. weiterführenden Forschungsthemen aussehen kann:

Forschungsthema finden
Forschungsthema finden

Schritt 2: Ableitung der Forschungslücke und Schritt 3: Formulierung der Forschungsfrage

Und genau hier, setzen Sie jetzt an: Diese Punkte nehmen Sie nach der Erstrecherche über das Themengebiet auf und suchen wie bei der Erstrecherche in den Datenbanken, ob es Literatur zu diesen erwähnten Sachverhalten gibt. Und das ist es eigentlich schon: Je mehr und je häufiger Sie das machen, umso eher verdichtet sich die Recherche und am Ende steht – quasi „automatisch“ – die Forschungslücke.

Ein schönes Beispiel, was sowohl die Vorgehensweise zur Identifikation einer Forschungslücke beschreibt als auch die Forschungslücke selbst finden Sie hier: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-8349-3892-3_4

Am Ende bleibt es aber immer dabei: Ohne Kenntnis des aktuellen Forschungsstandes keine Forschungslücke!

Wie kann ich nun eine Forschungslücke formulieren? Was wäre ein Beispiel für ein Forschungsthema?

Schritt 3: Forschungsfrage formulieren: Beispiele

Mal ein ganz anderes Beispiel. Angenommen Sie kommen bei Ihrer Recherche zum Ergebnis, dass das soziale Verhalten unter Hamstern gut erforscht ist. Allerdings erkennen Sie, dass noch nicht erforscht ist, wie Hamster reagieren, wenn ein Familienmitglied längere Zeit getrennt gehalten wird und dann wieder in die Familie zurückgebracht wird. Dann wäre dies ein Forschungslücke, die dann mit der Forschungsfrage „Welche Auffälligkeiten zeigen Hamster bei längerer Trennung von der Herkunftsfamilie?“ geschlossen werden könnte.

Nun werden Sie Ihre Arbeit wohl kaum über Hamster schreiben …

Daher noch ein Beispiel aus der Betriebswirtschaftslehre: Relativ breit erforscht sind zum Beispiel Kundenbindungswirkungen. Wenig erforscht ist in diesem Zusammenhang jedoch, wie neue Medien Kundenbindungen verändern. Dies liegt insbesondere daran, dass neue Medien zu der Zeit, in der die Kundenbindungsforschungen zu verorten sind, noch nicht aktuell waren. Sie sehen also: Auch die Zeit kann auf die Forschungslücke einzahlen! Die Forschungsfrage könnte hier also dann sein: „Welche Wirkungen zeigt der Einsatz von neuen Medien auf das Kundenbindungsverhalten von Verbrauchern?“

Wie kann ich eine Forschungsfrage formulieren?

Forschungsfrage & Hypothesen aufstellen- so geht´s

Was hat das nun noch mit dem Thema „Relevanz“ zu tun?

Jetzt sind Sie erst einmal froh, eine Forschungslücke gefunden zu haben und eine Forschungsfrage formuliert zu haben. Jetzt sind wir fast durch, aber jetzt kommt noch das Thema „Relevanz“. D.h. Sie müssen aufzeigen, warum die Schließung der Forschungslücke für die Wissenschaft und die Praxis relevant sein könnte. In der wissenschaftlichen Arbeit selbst, muss dann hergeleitet werden, ob ein noch nicht untersuchter Aspekt einen Zusammenhang mit den postulierten Ergebnissen haben kann. Hier kommen dann Hypothesen zum Einsatz. Näheres hierzu und wie man Hypothesen bildet und mit diesen arbeiten kann finden Sie unter: Hypothese-Forschungsfrage

Schritt für Schritt eine gute Forschungslücke finden!

Eine mögliche Checkliste für eine gute Forschungslücke könnte also wie folgt aussehen:

  1. Themengebiet abstimmen

  2. Einschlägige Stichwörter/Suchbegriffe auf Deutsch und auf Englisch recherchieren

  3. In Datenbanken (insbesondere GoogleScholar, EBSCO, ScienceDirect und SpringerLink) nach einschlägiger Literatur recherchieren

  4. Identifikation relevanter Literatur anhand von „Abstract“ und „Conclusion“

  5. Aufnahme dieser Literatur in die Tabelle inklusive der „Restriktionen“

  6. gegebenenfalls mehrfacher Durchlauf der Schritte 3 bis 5

  7. Ableitung der Forschungslücke

  8. Formulierung der Forschungsfrage

Wenn Sie diese Schritte konsequent verfolgen, dann kann die Qualität Ihrer wissenschaftlichen Arbeit erheblich steigern.

Ich komme nicht weiter! Wo finde ich Hilfe?

Die Ghostwriter von GWriters können in allen Fachbereichen helfen, eine Mustervorlage für Ihren persönlichen Gebrauch zu erstellen. Die Ghostwriter kennen die Richtlinien und formalen Anforderungen an die Erhebung einer Forschungslücke und haben einen Blick auf den aktuellen Forschungsstand. So können sie nicht nur bei der Formulierung von Mustervorlagen, sondern auch bei der Recherche von Forschungsideen behilflich sein. Auch wissen sie, welche unterschiedlichen Anforderungen für die jeweiligen Fachrichtungen zu erfüllen sind.

Aber auch wenn Sie schon weiter sind, und ein Lektorat oder ein Korrektorat benötigen, unterstützen die Ghostwriter von GWriters gerne.

Je nach Fachthema kann GWriters Ihnen dann auch die entsprechenden Experten zur Seite stellen. BWL-, VWL-, Medizin- und Jura-Ghostwriter weisen alle unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten auf, die Sie bei Ihren Projekten nutzen können.

Sie möchten sich ein Bild davon machen, wie dann eine solche Arbeit aussehen kann? Schauen Sie gerne auf Beispielarbeiten von GWriters. Hier finden Sie Auszüge aus Arbeiten.

Zusammengefasst: Die wichtigsten Voraussetzungen für eine „gute“ Forschungslücke!

  1. Verwenden Sie aktuelle Literatur!

  2. Recherchieren Sie nach möglichst hochwertigen Quellen, also insbesondere englischsprachige Journalbeiträge!

  3. Gehen Sie in der Literatur maximal 10 Jahre zurück!

  4. Bereiten Sie die Ergebnisse Ihrer Recherche z.B. in einer Excel-Tabelle strukturiert auf! Dies dient auch als gute Grundlage für die spätere Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit. Im Grunde genommen haben Sie damit das Kapitel „Forschungsstand“, das später Teil Ihrer Arbeit sein wird, schon geschrieben.

  5. Gehen Sie vom „Groben“ zum „Feinen“ vor. D.h. lieber erst einmal zu viel Literatur aufnehmen und dann sukzessive die Literatur herausnehmen, die nicht primär für die Forschungsfrage relevant ist. Je weniger Literatur Sie haben bzw. je genauer die Literatur das Forschungsthema behandelt, desto genauer kann dann auch die Forschungslücke erhoben und bearbeitet werden.

  6. Machen Sie zum Schluss den „Relevanz Check“: Kann über die Arbeit die Forschungslücke behandelt werden und bringt das einen Mehrwert für die Forschung oder die Unternehmenspraxis? Diesen „Relevanz Check“ wiederholen Sie am Ende nach Fertigstellung der Arbeit noch einmal: „Habe ich mein Ziel in der Arbeit erreicht“? Wenn nein bzw. nur teilweise, dann ist das ein Thema für Ihre „Restriktionen“ und so liefern Sie wiederum anderen Studentinnen und Studenten eine Basis für weiterführende Forschungen und neue Forschungslücken!