Studiengangwechsel 2021? Die ultimative Checkliste

Anna Milena von Gersdorff

(Head of Marketing)

16.12.2020

Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

Nach dem Abitur stehen viele Schulabsolventen vor dem gleichen Problem: Die Entscheidung für einen Studiengang muss getroffen werden, da die Angst vor einen Studiengangwechsel sehr groß ist. Die Auswahl an Fächern und Interessengebieten ist riesig. 2020  wurden mehr als 20.000 verschiedene Studiengänge angeboten – und das allein an deutschen Universitäten.

Das Studium ist oft ganz anders als vorher vorgestellt. Überforderung mit den Prüfungsleistungen, langweilige Vorlesungen, Stress, unerfüllte Berufsaussichten oder unfreundliche Professoren – all das ist nicht selten. Kommen mehrere problematische Faktoren zusammen, kann das ein Anlass sein, darüber nachzudenken, ob man den richtigen Studiengang gewählt hat oder ein Studiengangwechsel anstrebt.

Nicht immer passt alles direkt beim ersten Versuch. Ein Studiengangwechsel ist nichts Unübliches und auch nicht unbedingt schlecht für den Lebenslauf, mehr dazu lesen Sie in diesem externen Artikel.

Wichtig ist es, sich im Voraus genügend Zeit zu nehmen und die Entscheidung für einen Studiengangwechsel genau zu überdenken. Um Sie bei diesem großen und wichtigen Schritt zu unterstützen, haben wir die besten Tipps und Ratschläge von unseren akademischen Experten zusammengestellt.

Erst überlegen, dann handeln

Unzufriedenheit zu Anfang des Studiums ist normal. Nach der Schule verändert sich viel: Umzug in eine andere Stadt, neue Leute, ungewohnte Lebensumstände. Die Eingewöhnung kann eine Weile dauern. Wenn nach den ersten WG-Partys ein Freundeskreis aufgebaut ist und sich immer noch keine Zufriedenheit einstellt, kann es an tieferliegenden Gründen liegen.

Falls Sie studieren und darüber nachdenken, den Studiengang zu wechseln, sind Sie nicht alleine. Etwa jeder dritte Bachelor-Student bricht das Studium ab – um einen neuen Studiengang zu wählen oder einen anderen Bildungsweg einzuschlagen. Im Jahr 2020 lag die Abbrecherquote von Bachelor-Studenten an den Universitäten bei 32%. Bei Fachhochschulen ist die Quote niedriger und zusätzlich in den letzten Jahren rückläufig. Als Grund dafür vermutet das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZWH) neben den Studienbedingungen auch die Fächerprofile. Geisteswissenschaftliche Fächer sind relativ abbruchintensiv. Diese spielen an Fachhochschulen eine geringere Rolle.

Abbrecherquote an den Fachhochschule und Universitäten
Abbrecherquote an den Fachhochschule und Universitäten

Dennoch ist ein Studiengangwechsel eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen, die keineswegs unüberlegt getroffen werden sollte. Es ist wichtig, sich der Konsequenzen im Voraus bewusst zu sein, Alternativen abzuwägen und, falls ein Studiengangwechsel in Frage kommt, diesen genau zu planen.

Gründe: Studiengangwechsel

Ob es Sinn macht den Studiengang zu wechseln? Stellen Sie sich zunächst folgende Fragen, um Klarheit über die Gründe der Unzufriedenheit mit dem aktuellen Studiengang zu bekommen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, diese Fragen zu beantworten.

  • Kann ich etwas tun, um meine Situation außerhalb der Uni zu verbessern? Kann ich sozialer sein, mir einen größeren Freundeskreis aufbauen, oder Hobbys und neue Aktivitäten anfangen, die mir einen Ausgleich schaffen?

  • Mache ich gerade eine Phase durch?

  • Was waren die ursprünglichen Gründe, weshalb ich mich für den Studiengang entschieden habe? Was hat sich an meiner Motivation geändert?

  • Ist der Bildungsweg Studium vielleicht gar nichts für mich und kann ich mich über Möglichkeiten einer Ausbildung oder Wege in die Selbständigkeit informieren?

Hierbei ist es wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Vielleicht haben sich Ihre Interessen verschoben oder Sie erkennen, dass Sie das Studium nur gewählt haben, um die Erwartungen Ihrer Eltern zu erfüllen.

Ein Studium ist immer auch eine Frage der Persönlichkeit. Gute Berufsaussichten sind wichtig, reichen allerdings selten als alleiniger Grund für die Studiengangwahl. Im besten Fall sollte das Studium interessant und fordernd sein, dem Studierenden Spaß machen und Begeisterung für das Thema fördern.

Ohne Frage ist jedes Studium auch eine Herausforderung. Besteht Interesse und Motivation lässt sich diese jedoch meistern. Ein gutes Zeit- und Stressmanagement kann das aktuelle Studium attraktiver machen. Ebenso können Studenten von Lerngruppen profitieren.

Ghostwriting und/oder Coaching von erfahrenen Ghostwritern sind Möglichkeiten, um bei Stress im Studium Abhilfe zu verschaffen. Akademische Ghostwriter arbeiten in verschiedenen Fachbereichen und Gebieten und können je nach Studiengang individuell helfen und beraten. Hier berichten Ghostwriter aus verschiedenen Bereichen über die jeweiligen Besonderheiten ihres Fachs.

Studiengang wechseln: Das ist zu beachten

Wenn Sie die Entscheidung für einen Studiengangwechsel endgültig treffen, ist eine Beschäftigung mit den folgenden Themen ratsam.

1. Studiengangwechsel, Fachrichtungswechsel oder Schwerpunktverlagerung?

Ein Studiengang- oder Studienfachwechsel kommt dann infrage, wenn ein ganz neues Studienthema gewünscht ist. Grund dafür kann ein Interessenwechsel oder Enttäuschung mit dem aktuellen Studiengang sein. In der Regel können bei einem neuen Studienfach keine bereits erreichten ECTS-Punkte angerechnet werden.

Studienfachwechsel

Studiengangwechsel

Ein Studienfachwechsel betrifft Studierende, die

Ein Studiengangwechsel betrifft Studierende, die

  • Bereits an einer Universität immatrikuliert sind und an der aktuellen Universität

  • Bereits an einer Universität immatrikuliert sind und an der aktuellen Universität

  • Ein Fach oder eine Fächerkombination verändern

  • Zum Beispiel von einem Fach-Bachelor zu einem Zwei-Fächer-Bachelor oder umgekehrt wechseln möchten.

  • Aber ihren angestrebten Abschluss (Fach-Bachelor oder Zwei-Fächer-Bachelor) beibehalten möchten.

Bis zum 3. Semester ist ein Wechsel bei Fächern ohne Zulassungsbeschränkung unproblematisch. Es kann einfach ein Fachwechselantrag gestellt werden. Der Student wird dabei nicht von der Hochschule exmatrikuliert. In der Regel ist dies zum Semesterende, meist zum Wintersemester, möglich. Auch für zulassungsbeschränkte Fächer kommt eine Bewerbung infrage.

Welche Studienfächer und Fachbereiche gibt es?

Eine Gruppierung der bestehenden Studiengänge in Bereiche ist hilfreich, um einen Überblick zu bekommen. Die folgenden Studienbereiche werden an Universitäten angeboten:

  • Agrar- und Forstwissenschaften

  • Gesellschafts- und Sozialwissenschaften

  • Ingenieurswissenschaften

  • Kunst, Musik, Design

  • Mathematik und Naturwissenschaften

  • Medizin und Gesundheitswissenschaften

  • Sprach- und Kulturwissenschaften

  • Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

  • Lehrämter

  • Öffentliche Verwaltung

Innerhalb eines Studienbereichs kommt möglicherweise eine Schwerpunktverlagerung statt eines Fachwechsels infrage. Einige Universitäten werben mit Spezialisierungen innerhalb eines Fachs oder einer internationalen Ausrichtung des Studiums. Deshalb gibt es häufig für einen Studiengang mit ähnlichem Inhalt viele verschiedene Namen. Ein Beispiel ist Politikwissenschaft: Neben dem reinen Politikwissenschaftsstudium gibt es auch Angewandte Politikwissenschaft; Philosophie, Politik und Ökonomie; Politik und Gesellschaft; Politik und Verwaltungswissenschaften; Internationale Politik; und viele mehr. Die ersten 3 Semester sind häufig ähnlich aufgebaut, denn in diesem so genannten Grundstudium wird das Basis-Wissen des jeweiligen Fachbereichs vermittelt.

In anderen Fachbereichen verhält es sich ähnlich. Im Fachbereich Biomedizin zum Beispiel sind biomedizinische Chemie, biomedizinische Technik und molekulare Biomedizin Studiengänge mit ähnlichen Inhalten im Grundstudium.

Unproblematisch ist in der Regel auch der Wechsel von einem rein fachlichen Studium zu einem Lehramtsstudium mit demselben Fach und andersherum. Studenten der Sportwissenschaft können sich ECTS-Punkte anrechnen lassen, wenn sie zu einem Lehramtsstudium mit Sport als Fächerwahl wechseln. Anders herum ist es auch möglich, als Sport-Lehramts-Student nach einigen Semestern zu Sportwissenschaft zu wechseln.

Bei einer Schwerpunktverlagerung geht es um die genauere Spezialisierung im Rahmen des aktuellen Studienfachs. Dabei können im bisherigen Studienverlauf erreichte ECTS-Punkte angerechnet werden. Möglicherweise gehen auf diese Weise keine bereits studieren Semester „verloren“.

2. Den Zeitpunkt abstimmen

Den perfekten Zeitpunkt für einen Studiengang- oder Fachrichtungswechsel gibt es nicht. Allerdings ist zu beachten, dass ein Wechsel in den meisten Fällen nicht während des Semesters, sondern nur zum Semesterstart möglich ist.

Es ist nie zu spät für einen Wechsel, insbesondere wenn das Studium starken Stress und eventuell sogar psychische Beschwerden hervorruft. Kurz vor Bachelorabschluss ist ein Wechsel aber doppelt so lange zu überdenken. Wenn für den Abschluss nur noch die Bachelor- oder Masterarbeit fehlt, kann die Inanspruchnahme von Ghostwriting eine Alternative zum Studiengangwechsel darstellen.

3. BAföG bei Studienwechsel

Ein Studiengangwechsel bedeutet nicht immer, dass BAföG-Zahlungen gestrichen werden. Beziehen Sie BAföG und möchten diese finanzielle Hilfe weiterhin nutzen, müssen Sie bei den oben genannten Punkten auf Weiteres achten.

Bei einem Fachrichtungswechsel gibt es keine Probleme. Der Wechsel muss dem BAföG-Amt lediglich mitgeteilt werden.

Für einen Studienwechsel gelten einige Regeln. Der erstmalige Studienwechsel ist bis zum dritten Semester unproblematisch. Nach dem 3. Semester muss ein triftiger Grund angegeben werden, damit das BAföG-Amt weiterzahlt. Als Gründe können Eignungsmangel oder Neigungswandel angegeben werden. Diese müssen schriftlich erklärt und dem BAföG-Amt übermittelt werden. Letztlich entscheidet der im BAföG-Amt Zuständige darüber, ob der Grund triftig ist und ob die Zahlungen weiterhin gewährleistet werden.

Achtung: Die Semester werden ab der Einschreibung gezählt, nicht mit dem Start der BAföG-Zahlungen.

Ein Wechsel aus unabweisbarem Grund ist jederzeit möglich. Dies ist dann gegeben, wenn das Studium aufgrund körperlicher oder psychischer Einschränkungen nicht weitergeführt werden kann. Das mehrfache Durchfallen bei Prüfungen oder finanzielle Probleme sind keine unabweisbaren Gründe.

Ab dem zweiten Fachrichtungswechsel gelten weitere Regelungen. Nach dem zweiten Wechsel werden die Semester, die im zweiten Studiengang studiert wurden, von der Regelstudienzeit des dritten Studiums abgezogen. Für die übrig bleibenden Semester wird BAföG gezahlt. Darüber hinaus gewährt das BAföG-Amt lediglich ein verzinstes Darlehen.

Es ist empfehlenswert, das Vorhaben mit dem Studentenwerk vor Ort und/oder dem persönlichen BAföG-Betreuer abzusprechen. Diese Dienste stehen Studenten kostenfrei zur Verfügung und sollten auf jeden Fall genutzt werden.

Studiengangwechsel- BAföG
BAföG: Studiengangwechsel

4. Konsequenzen für die Krankenversicherung

Für die Krankenversicherung ist ein Studiengangwechsel in der Regel unproblematisch. Für Familienversicherte ändert sich nichts. Wichtig zu wissen: Studierende können bis zum 25. Lebensjahr familienversichert sein. Ab dem 26. Lebensjahr oder ab einem monatlichen Einkommen über 450€ müssen sich Studierende selbst versichern. Dafür werden von allen Krankenkassen günstige Versicherungen speziell für Studenten angeboten. Studierende, die das 30. Lebensjahr überschritten haben, können jedoch nicht mehr von diesem Angebot profitieren.

Für die Neubewerbung für einen Studiengang wird normalerweise eine Versicherungsbescheinigung benötigt. Diese kann bei der jeweiligen Krankenversicherung angefragt werden. Privat Versicherte benötigen außerdem die Befreiungsbescheinigung der letzten gesetzlichen Krankenkasse.

5. Studiengang wechseln - andere Uni, neue Stadt?

Weiterhin ist es wichtig, herauszufinden, ob der gewünschte Studiengang an der aktuellen Universität angeboten wird. Alternativ kommt eine neue Universität oder Fachhochschule in Frage. Letzteres kann eventuell den Umzug in eine neue Stadt bedingen. Klären Sie unbedingt, ob Sie einen Umzug in Kauf nehmen möchten und ob Ihnen die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Weiterhin muss im Fall eines Umzugs die Kündigungsfrist der bestehenden Wohnung oder WG beachtet werden, es muss eine Unterkunft in der neuen Stadt gefunden werden und diese rechtmäßig als neuer Wohnsitz angegeben werden. Einige Universitäten bieten einen Studienplatztausch an. Es handelt sich dabei meist um zulassungsbeschränkte Studiengänge wie Jura, Psychologie und Pharmazie. Voraussetzung für den Tausch: An der Wunsch-Uni muss ein Student gefunden werden, der das gleiche Fach im gleichen Fachsemester studiert und über den gleichen Wissensstand verfügt – und zusätzlich zu einem Tausch bereit ist. Hier gibt es Online-Börsen, die beim Ausfindigmachen entsprechender Kandidaten hilfreich sind.

Checkliste: So wechseln Sie den Studiengang

Gehen Sie die Punkte der Checkliste von Studiengangwechsel Schritt für Schritt durch, um Antwort auf die Frage zu bekommen: Wie wechsle ich meinen Studiengang?

  • Sind mir die Gründe meiner Unzufriedenheit mit dem aktuellen Studiengang und meine Motivation für einen Studienfachwechsel klar?

  • Kommt ein Fachrichtungswechsel in Frage?

  • Falls ich einen Studiengangwechsel anstrebe, bin ich mir über das neue Studienfach im Klaren? Habe ich Seminare besucht und Professoren recherchiert?

  • Kann ich mir bereits erreichte ECTS-Punkte im neuen Studiengang anrechnen lassen? Welche Unterlagen werden für eine eventuelle Anrechnung benötigt?

  • Wie läuft die Neubewerbung ab? Welche Unterlagen benötige ich (z.B. Krankenkassenbescheinigung, Schulzeugnis, andere)?

  • Welche Fristen gibt es für den Studienwechsel und die Bewerbung für den neuen Studiengang?

  • Mit welchen Kosten ist zu rechnen (Umzug, eventuell anfallende Materialkosten)? Habe ich die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung?

  • Welche Unterlagen muss ich dem BAföG-Amt übermitteln?

Fazit: Studiengangwechsel ist Ihre Entscheidung

Generell empfiehlt es sich, die Studienberatung der aktuellen Uni und/oder der Wunsch-Universität in Anspruch zu nehmen. Auch beim Studentenwerk und der Bundesagentur für Arbeit wird eine kostenlose Beratung für Studenten angeboten.

Für jeden Fall gibt es individuelle Gründe für oder gegen einen Studiengangwechsel. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, aber hören Sie auch auf Ihr Bauchgefühl. Letztlich ist es eine Entscheidung, deren Konsequenzen hauptsächlich Sie persönlich betreffen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Studiengangwechsel kein Scheitern darstellt. Es ist vielmehr die bewusste Entscheidung, die eigenen Interessen zu verfolgen. Auf diese Entscheidung gilt es, stolz zu sein.

Studiengangwechsel ja oder nein – Ghostwriting kann in jedem Fall Unterstützung bieten. Die Leistungen akademischer Ghostwriter umfassen individuelles Coaching sowie das Erstellen von Mustervorlagen für Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten. Falls von Ihrer Seite Interesse an unseren Leistungen besteht, sehen Sie sich gerne Beispielarbeiten an.

Das GWriters-Team freut sich über eine eventuelle Zusammenarbeit und wünscht Ihnen für Ihr Studium alles Gute.