deskriptive forschung

Deskriptive Forschung: Definition, Methoden, Anwendung und Beispiele

Anna Milena von Gersdorff

(Head of Marketing)

08.06.2023

Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

Unter deskriptiver Forschung wird eine standardisierte Methode verstanden, die zum Beschreiben von Ist-Zuständen und zur Prognose von möglichen Zukunftsszenarien eingesetzt wird. Deskriptive Forschung wird in der Markt- und Konsumforschung eingesetzt. Auch die Verhaltensforschung ist ein häufiges Anwendungsgebiet. Das Ziel ist es, Muster und Häufigkeiten zu erkennen und zu beschreiben und davon ausgehend Vorhersagen zu treffen. Eine deskriptive Untersuchung macht immer dann Sinn, wenn Sie kein gänzlich neues Gebiet beforschen.

Sobald schon Erkenntnisse und Annahmen zu einem Thema vorliegen, kann mit Hilfe einer deskriptiven Studie eine passgenaue Antwort zu einer konkreten Frage formuliert werden. Solche Forschungsdesigns sind in allen anwendungsbezogenen Fachrichtungen möglich, z.B. in VWL. Diese Methode führen auch unsere Ghostwriter in einer Bachelorarbeit mit professioneller Software durch. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie ein deskriptives Forschungsdesign entwickeln und welche Methoden Sie anwenden können.

Deskriptive Forschung: Ziel und Einordnung

Das Wort „deskriptiv“ stammt aus dem Lateinischen und meint „beschreibend“. Das Ziel solcher Ansätze besteht also darin, Zusammenhänge aufzuzeigen. In der deskriptiven Forschung geht es darum, eine Zielgruppe, eine Population oder ein Phänomen im Detail darzustellen.

Die forschungsanleitenden Frage sind: Wer?, Was?, Wo?, Wann? und Wie? Die Frage nach dem Warum? kann jedoch nicht beantwortet werden. Sie stellen Zusammenhänge dar, aber Sie suchen nicht nach Gründen. In deskriptiven Forschungsansätzen geht es darum, die erhobenen Daten zu verstehen und Zusammenhänge und gegebenenfalls Muster zu erkennen.

deskriptives forschungsdesign

Explorative vs. deskriptive Forschung – Unterschiede

Die Unterschiede zu anderen Herangehensweisen ergeben sich aus dem Forschungsziel: In der explorativen Forschung geht es um ein neues Gebiet. Eine Frage könnte sein:

Beispiel: Hat vegane Ernährung einen Einfluss auf die Schulleistungen von Grundschülern?

Zu diesem Gebiet gibt es noch gar keine Erkenntnisse. Der explorative Ansatz dient dazu, diese Frage erstmals zu erforschen.

In der explanativen Forschung werden bereits bekannte Phänomene erklärt, etwa:

Beispiel: Warum wirkt sich der mitarbeiterzentrierte Führungsstil positiv auf Leistung und Gesundheit aus?

In diesem Falle sind die Fakten schon bekannt: Wenn Führungskräfte sich nah an den Mitarbeiterbedürfnissen orientieren, sind diese leistungsbereiter und weisen einen geringeren Krankenstand auf. Aufgabe des explanativen Designs ist es jetzt, die Gründe für diese Zusammenhänge zu erklären.

In deskriptiven Ansätzen hingegen werden Ist-Zustände beschrieben, Muster gesucht und Zusammenhänge erklärt. Eine Forschungsfrage könnte sein:

Beispiel: Wie ist der Einfluss der Handy-Nutzungsdauer auf die Schlafqualität von Jugendlichen?

Auch in diesem Falle sind die Fakten schon bekannt. Die deskriptive Forschung dient dazu, die Zusammenhänge zwischen den Fakten zu beschreiben. In deskriptiven Designs ist also vorab klar abgegrenzt, welches Gebiet Sie beforschen. Daraus wird auch deutlich, welche Informationen Sie benötigen. Deskriptive Forschung ist meistens Auftragsforschung, etwa als deskriptive Marktforschung.

Explorative und deskriptive Forschung – Zusammenhänge

Es gibt jedoch nicht nur Unterschiede zwischen explorativer und deskriptiver Forschung: Am Beispiel der Marktforschung zeigt sich, dass beide Herangehensweisen auch eng miteinander verbunden sind. Häufig liegen erste Erkenntnisse zu einem Produkt aus der explorativen Forschung vor.

Beispiel:

Es gibt mit dem Stand-Up-Paddling eine neue Sportart – und Anbieter von Sportkursen möchten ausloten, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass daraus eine Trendsportart wird. Das ist wichtig für die Planung der Produktion und des Verkaufs. Die Daten sind aber z.B. auch bei der Planung von Sportkursen relevant.

Mit Hilfe von deskriptiver Forschung werden dann die entsprechenden Marktchancen genauer ermittelt. Hierfür muss gezielt nach dem Nutzungsverhalten, der Kaufkraft usw. gefragt werden. Bei diesen Schlussfolgerungen kann Ihnen aus dem Fachbereich BWL Ghostwriter Unterstützung leisten. Wir zeigen Ihnen das Vorgehen an einem konkreten Beispiel noch genauer.

Deskriptive, explorative oder explanative Forschung?

 

Deskriptive Forschung

Explorative Forschung

Explanative Forschung

Ausgangslage

Es gibt schon zahlreiche Erkenntnisse zum Forschungsgebiet.

Es gibt kaum Erkenntnisse zum Forschungsgebiet

Es gibt schon zahlreiche Erkenntnisse zum Forschungsgebiet

Ziele

  • Schätzung von Häufigkeiten und Verteilungen

  • Welche Zielgruppe (Alter, Geschlecht, Kaufkraft) macht besonders häufig Stand-Up-Paddling?

  • Detailinformationen beschaffen:

    Verkaufszahlen, Nutzungshäufigkeit etc.

  • erste Erkenntnisse gewinnen

  • Grundlagenforschung

  • Hat Stand-Up-Paddling Auswirkungen auf die mentale Gesundheit?

  • Welche Gruppenangebote sind in der Sportart Stand-Up-Paddling möglich?

  • Zusammenhänge erklären:

  • Während der Corona-Pandemie gab es einen Nachfrageboom nach Stand-Up-Paddling.

  • Hypothesen ableiten und belegen oder widerlegen:

  • Stand-Up-Paddling ist ein Individualsport, der aber gut mit Gruppenangeboten kombiniert werden kann

Anwendungsgebiete

  • Quantitative Marktforschung

  • BWL, VWL

  • Soziologie

 

  • Qualitative Marktforschung

  • BWL, VWL

  • Soziologie

  • Grundlagenforschung

  • Naturwissenschaften

  • Medizin

  • Sozialwissenschaften

  • BWL, VWL

  • Psychologie

 

Vorgehensweisen und Methoden

  • Analyse

  • Auswertung

  • Beobachtung

  • Experiment

 

Deskriptive Forschung – entscheidend sind die Fragen

Mit Hilfe von deskriptiven Settings bekommen Sie Antworten – wichtig ist daher, dass Sie gute Fragen stellen. In diesem Punkt kann Ihnen ein versierter Ghostwriter gute Dienste leisten, indem Sie z.B. gemeinsam eine forschungsrelevante Fragestellung entwickeln. Die Antworten auf Ihre Fragen dienen dann als Entscheidungsgrundlage – in der Marktforschung z.B. dafür, welches Produkt eingeführt wird oder welche Marketingmaßnahmen notwendig sind. Am Beispiel der W-Fragen sehen Sie, wie Sie im Einzelfall eine gute Forschungsfrage formulieren können. Die Fragen könnten jeweils der Anlass für eine Fallstudie sein:

W-Frage

Beispiele für mögliche Forschungsfrage

Beispielvariablen, die untersucht werden

Wer?

 

Welche Haarpflegeprodukte kaufen Frauen in Deutschland am häufigsten?

  • Verkaufszahlen, z.B. von Statista.com:

  • Shampoo: 99%

  • Conditioner: 81%

  • Haarkuren: 74%

  • Haarspray: 74%

  • Haarfärbemittel: 58%

Was?

 

Was sind Faktoren, die aus Sicht von Hauseigentümern den Einbau einer Wärmepumpe begünstigen?

  • Kundenstruktur: Hausbesitzer mit älteren Eigenheimen

  • Kaufkraft: mittel bis hoch

  • Informationspolitik und staatliche Unterstützungsangebote

Wo?

 

Wie gut verkaufen sich vegane Mitnahmemenüs?

 

  • Verkaufszahlen

  • Umsatzsteigerung veganer Lebensmittel  in den letzten Jahren:

    • 2017: 736 Millionen Euro

    • 2018: 978 Millionen Euro

    • 2019: 1.219 Millionen Euro

Wie viel?

Wie viel Zeit verbringen Jugendliche am Tag auf Tiktok?

  • Nutzungsdauer der App: durchschnittlich 67 min/Tag

  • Alter der App-Nutzer:

    • 12-14 Jahre: 71 Minuten

    • 15-17 Jahre: 63 Minuten

Wie oft?

Wie oft machen Familien mit Kindern unter 14 Jahren Flugreisen?

  • Buchungshäufigkeit: 2 x jährlich

  • Anzahl der Kinder: 2,3

  • Kaufkraft: Nettohaushaltseinkommen durchschnittlich 4.500 Euro/Monat

Wie regelmäßig?

Wie nutzen kaufen Single-Frauen Kosmetikprodukte der Marke YY?

  • Geschlecht: Frauen

  • Alter: 24 bis 39 Jahre

  • Kaufkraft: mittel  bis hoch (da Single)

  •  Nutzungshäufigkeit:

    • täglich: 1,82 Millionen Frauen

    • 1x pro Woche: 4,22 Millionen Frauen

    • mehrmals pro Woche: 3,01 Millionen Frauen

    • nur zu besonderen Anlässen: 0,13 Millionen Frauen

    • nie: 9,59 Millionen Frauen

Wie wahrscheinlich?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Eltern für ihre Kinder eine Zahnzusatzversicherung abschließen?

  • Anzahl der Haushalte mit Kindern in Deutschland: 3,45 Millionen

Wie hoch?

Wie hoch ist die Bereitschaft zum Nutzen von Lieferdiensten für Lebensmittel?

  • Kaufkraft: mittel bis hoch

  • Alter: 29 bis 59 Jahre

  • Geschlecht: männlich und weiblich, v.a. Single und DINK-Haushalte

  • Wohnort: Großstadt

Welche/r?

Welcher Anteil von Studenten bevorzugt Onlineseminare gegenüber Offline-Seminaren?

  • Geschlecht:

    • Männlich: 83%

    • Weiblich: 17 %

  • Studienfach:

    • Informatik: 92%

    • Naturwissenschaften: 81%

    • Geisteswissenschaften: 56%

    • Kunst: 17%

Methoden für die deskriptive Forschung

Anders als bei explorativen Ansätzen, wissen Sie bei einem deskriptiven Forschungsdesign von Anfang an, welche Informationen Sie beschaffen müssen. Hierfür kommen verschiedene Methoden in Frage, etwa:

Quer- oder Längsschnitt möglich

Alle genannten Methoden können in Form von Querschnitts- oder Längsschnittanalysen gemacht werden. Im Querschnitt erheben Sie die relevanten Daten zu einem festgelegten Zeitpunkt. Im Längsschnitt erfassen Sie die gleichen Daten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dadurch werden Veränderungen abbildbar.

Es dominieren quantitative Methoden, weil damit jeweils viele Personen befragt und damit eine größere Datenmenge gewonnen werden kann. Deskriptive qualitative Forschung ist jedoch ebenfalls möglich, etwa durch Interviews mit einer Fokusgruppe. Wenn Sie sich für das App-Nutzungsverhalten von Jugendlichen interessieren, könnten Sie beispielsweise eine Gruppendiskussion  mit bestimmten Jugendlichen machen. In diesem Setting würde eine Gruppe von Influencern durch Sie befragt. Durch die Ergebnisse bekommen Sie einen Überblick über das Forschungsgebiet.

Statistikkenntnisse sind notwendig

Deskriptive Forschung arbeitet mit Zahlen. Sie benötigen statistisch belastbare Fakten zu Ihrer Zielgruppe (etwa zu Alter, Geschlecht, Kaufkraft etc.). Aus statistischer Sicht sind drei Kennzahlen relevant, nämlich

  • Lageparameter,

  • Streuungsmaße und

  • Zusammenhangsmaße.

Im Einzelnen gehören hierzu folgende Zahlen:

 

Relevante Zahlen

Bedeutung für die Analyse

Lageparameter

Arithmetisches Mittel

Verteilung der Zahlen, statistischer Durchschnittswert

Modus

Wert, der am häufigsten vorkommt

Median

Zentralwert (Wert, der genau in der Mitte der Verteilung liegt)

Streuungsmaße

Varianz

Verteilung der Daten rund um den Mittelwert

Standardabweichung

Abweichung der einzelnen Daten vom Durchschnittswert (auch Streuung)

Spannweite

Abstand zwischen dem kleinsten und dem größten Wert des jeweiligen Datensatzes

Zusammenhangsmaße

Kovarianz und Korrelationskoeffizient

Zusammenhang zwischen zwei metrischen Variablen

Kontingenzkoeffizient

Zusammenhang zwischen zwei nominalen Variablen

 Um diese Zahlen sinnvoll verwenden zu können, benötigen Sie Grundkenntnisse in Statistik. Sie müssen in der Lage sein, statistische Kennzahlen wie Durchschnittswert, Streuung, Verteilung und Mittelwert zu verstehen. Diese Werte benötigen Sie für die Interpretation. Die Statistikexperten von GWriters können Sie bei der Auswertung Ihrer Daten unterstützen.

Deskriptive Forschung mit Software-Unterstützung

Es gibt auch Software, die speziell für die deskriptive Forschung erstellt wurde. Eine Software wie Voxco kann bei der Datenerhebung und -analyse unterstützen. Es handelt sich bei Voxco um eine cloudbasierte Software, die auch von professionellen Marktforschern genutzt wird. Sie können ein Tool zum Umfragendesign nutzen, außerdem bietet Voxco Antwortverfolgung, Verhaltensberichterstattung, Echtzeit-Ergebnisse und Nutzersegmentierung an. Der Nachteil sind die hohen Kosten. Weil Voxco maßgeschneiderte Lösungen anbietet, kann nicht pauschal angegeben werden, welche Kosten im Einzelfall entstehen. Im Rahmen einer Bachelorarbeit können dadurch schnell unüberschaubare Kosten entstehen.

Surveymonkey ist ein Tool, das Sie teilweise auch kostenlos nutzen können. Es funktioniert ähnlich wie Voxco. Schon mit wenigen Vorkenntnissen können Sie hier selbst Umfragen erstellen. Auch über statista.com können Sie viele relevante Daten abrufen. Allerdings nutzen Sie dort nur schon vorliegende Ergebnisse. Es gibt noch verschiedene weitere Umfragetools, die im Rahmen einer deskriptiven Forschung eingesetzt werden können. Bei Fragen und Zweifeln können Ihnen unsere Experten weiterhelfen. Sie wissen, wie sich relevante Daten beschaffen lassen und können Sie deswegen gut beraten.

Deskriptive Forschung in der Bachelorarbeit

Deskriptive Ansätze eignen sich in Abschlussarbeiten immer dann, wenn Merkmale, Häufigkeiten, Trends und Kategorien beschrieben werden sollen. Um wirklich einen Erkenntnisgewinn zu haben, sollte das Themengebiet zwar nicht gänzlich neu, aber auch noch nicht allzu stark beforscht worden sein. Wenn Sie in eine Bachelorarbeit schreiben lassen oder in Ihrer Hausarbeit deskriptiv arbeiten wollen, sollten also schon erste Erkenntnisse vorliegen. Ihre Aufgabe ist es dann, diese Erkenntnisse mit Daten zu untermauern.

Deskriptive Forschung: Beispiel in der Bachelorarbeit

##Wie Sie konkret vorgehen, wenn Sie sich für eine deskriptive Forschung entschieden haben, zeigen wir Ihnen an Hand eines Beispiels. Es sind fünf Schritte nötig, die Sie nacheinander abarbeiten müssen:

1. Schritt: Forschungsfrage

Wir interessieren uns für die App-Nutzung von Jugendlichen. Dafür müssen wir die Forschungsfrage genau formulieren, damit wir in den nächsten Schritten tatsächlich nur relevante Daten sammeln. Wir stellen die Frage folgendermaßen:

Welche Apps werden am häufigsten von Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren genutzt?

2. Schritt: Entscheidung für die Forschungsmethode

Wir könnten eine eigene Studie aufsetzen oder auf Daten zurückgreifen, die bereits vorliegen. In unserem Falle handelt es sich um ein Gebiet, zu dem schon professionell gesammelte Daten vorliegen.

Es bietet sich daher an, z.B. entsprechende Statistiken bei Statista.com herauszusuchen. Der Zugang zu dieser Plattform ist über die Server von Universitätsbibliotheken in der Regel kostenlos. Sie bekommen also ohne finanziellen Aufwand viele statistisch relevante Daten.

3. Schritt: Sammeln der Daten

Wir suchen nun gezielt nach Statistiken zum App-Nutzungsverhalten von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren. Folgende Fragen sind wichtig beim Sammeln der Daten:

  • Welche Apps werden genutzt?
  • Wie lange werden die Apps genutzt?
  • Wofür werden die Apps genutzt?
  • Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
  • Gibt es Altersunterschiede? Nutzen 12-Jährige andere Apps als 19-Jährige?


Mit Hilfe dieser Fragen können wir über die Suchfunktion des Statistikportals relevante Studien heraussuchen.

4. Schritt: Auswerten der Daten

Im vierten Schritt stellen wir die gesammelten Daten dar. Es gibt auf Statista.com eine Studie zum App-Nutzungsverhalten, die das Alter sehr fein in Zwei-Jahres-Schritten unterteilt. Auf dieser Plattform gibt es zudem die Möglichkeit, Daten direkt in Excel zu importieren. Von dort aus können Sie dann Grafiken erstellen. In unserem Beispiel kann das so aussehen:

Es bietet sich daher an, z.B. entsprechende Statistiken bei Statista.com herauszusuchen. Der Zugang zu dieser Plattform ist über die Server von Universitätsbibliotheken in der Regel kostenlos. Sie bekommen also ohne finanziellen Aufwand viele statistisch relevante Daten.
deskriptive forschung beispiel

5. Erkennen von Mustern und Zusammenhängen

Der eigentliche Erkenntnisgewinn unserer deskriptiven Forschung besteht darin, welche Zusammenhänge wir in den Daten erkennen. Hier kommt es nun darauf an, die Daten genau zu lesen und ihre Bedeutung zu verstehen.

Wir sehen in unserem Beispiel folgende Muster:

  • fünf Apps werden häufig von Jugendlichen genutzt: Whatsapp, Youtube, TikTok, Snapchat und Instagram
  • Whatsapp wird von allen Altersgruppen am häufigsten genutzt (über 70% bei 12- bis 13-Jährigen, über 80% bei 18- bis 19-Jährigen)
  • bei Whatsapp und Instagram gibt es eine Zunahme in der Nutzungshäufigkeit, die parallel mit dem Alter verläuft
  • bei Youtube, TikTok und Snapchat nimmt die Nutzungshäufigkeit mit dem Alter ab

Da wir für unser Beispiel nur eine Studie als Grundlage gewählt haben, sind die Zusammenhänge leicht herzustellen. In einer deskriptiven Bachelorarbeit würde der Bezug auf nur eine Studie aber natürlich nicht reichen. Sie müssten mehrere Studien heranziehen und dann auch die Interkorrelation berechnen.

Weitere mögliche Beispiele und Fallstudien

Grundsätzlich können Sie ein deskriptives Forschungsdesign zu jedem beliebigen Thema durchführen. Im Zusammenhang mit den W-Fragen haben wir schon einige mögliche Themen angedeutet.

Fachgebiet

Deskriptive Forschungsfragen

Erkenntnisgewinn

Marktforschung

Wer kauft am häufigsten Produkt X?

Statistische Daten zeigen zu der jeweiligen Frage, welche Zielgruppen welches Produkt wie oft und wann kaufen.

Wo ist der häufigste PoS für vegane Mitnahmemenüs?

Wie regelmäßig kaufen Single-Frauen Kosmetikprodukte der Marke YY?

Soziologie

Wie wirken energiepolitische Instrumente zur Förderung erneuerbarer Energien?

Verschiedene Instrumente können den Ausbau erneuerbarer Energien fördern

Wie viel Zeit verbringen Jugendliche am Tag auf TikTok?

Statistische Daten zeigen das Nutzungsverhalten im Quer- und im Längsschnitt

Wie hängen Körperselbstbild und Dauer der Mediennutzung von Jugendlichen zusammen?

Zu häufiger Medienkonsum wirkt sich negativ auf das Körperselbstbild von Jugendlichen aus. Depressionen nehmen zu.

Psychologie

Was verbessert die Trainer-Athleten-Kommunikation im Kindertennis?

Die Feedbackmethode ist geeignet, den motorischen Lernprozess zu beschleunigen und die Ergebnisse zu festigen.

Welcher Anteil von Studenten bevorzugt Onlineseminare gegenüber Offline-Seminaren?

Vor allem männliche Studenten aus natur- und ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen bevorzugen Online-Seminare.

Wirtschaftswissenschaften

Welche Rolle spielen Entscheidungsunterstützungssysteme bei Kaufentscheidungen in Online-Shops?

Im Online-Handel ist keine direkte Beratung möglich. Entscheidungsunterstützungssysteme können für Kunden eine ähnliche Beratungsfunktion übernehmen wie reale Verkäufer.

Welches Reiseverhalten haben Familien mit Kindern im Vorschulalter?

Familien mit kleinen Kindern sind im Durchschnitt sehr umweltbewusst und bevorzugen daher Reisen über kürzere Distanzen.

 

Deskriptive Forschung: Vor- und Nachteile

Sie haben gesehen, dass in sehr vielen Fachgebieten deskriptive Studien möglich sind. Die Grundvoraussetzung für ein deskriptives Design in der Abschlussarbeit sind Kenntnisse im Umgang mit Statistiken. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Sie kein komplett neues Thema wählen. Deskriptive Forschung bedeutet Beschreibung von Zusammenhängen. Sie brauchen also für jedes deskriptive Forschungsbeispiel Zahlen, Fakten und Daten. Und es sollten wenigstens schon ein paar Daten vorliegen, die Sie nutzen können.

Vorteile ➕

Nachteile ➖

  • Die Forschungsfrage kann sehr klar formuliert werden. Wenn Sie vorher überprüfen, ob eine gewisse Datenmenge zu Ihrem Thema vorliegt, werden Sie auf jeden Fall Ergebnisse liefern können. Deskriptive Forschung ist also mit deutlich weniger Unsicherheit verbunden als explorative Forschung.

  • Es sind Daten für die Beschreibung nötig. Das Interessensgebiet muss also schon einigermaßen beforscht sein (damit Daten vorliegen), es darf aber nicht zu stark beforscht sein (damit Sie die Chance haben, noch etwas Neues zu entdecken). Es kann sinnvoll sein, sich bei der Themenwahl professionelle Unterstützung zu holen, damit Sie anschließend wirklich ein relevantes Gebiet bearbeiten.

  • Deskriptive Forschung ist sehr stark anwendungsbezogen. Sie können also v.a. in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern schon einmal bei einem Unternehmen einen Fuß in die Tür bekommen.

  • Statistikkenntnisse sind unabdingbar, um die gesammelten Daten wirklich gut beschreiben zu können. Sie sollten die Lageparameter, Streuungsmaße und die Zusammenhangsmaße kennen und wissen, woran Sie Zusammenhänge erkennen.

  • Weil Forschungsfrage und Datenlage vorab klar bestimmt werden können, ist auch der Arbeitsaufwand gut kalkulierbar.

  • Die Ergebnisse aus einem rein deskriptiven Setting bleiben auf der Beschreibungsebene. Anwendungsbezogene Forschung sollte jedoch immer auch Handlungsempfehlungen beinhalten. Um diese geben zu können, sollten Sie am Ende die rein deskriptive Ebene verlassen und einen klaren Praxisbezug herstellen.

 

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